Philosophie

Meine persönlichen Erfahrungen, Eindrücke und meine daraus resultierende Philosophie


Schon als Kind war ich von den Schäferhunden meines Vaters begeistert und wuchs quasi mit ihnen auf. Ich verbrachte unzählige Wochenenden auf dem Hundeplatz und verschlang sämtliche SV-Zeitungen, welche in den 70er, 80er und 90er Jahren noch wirklich interessanten und abwechslungsreichen Lesestoff boten, was man von den heutigen SV-Ausgaben leider nicht mehr behaupten kann. Hierzu sollte sich die Vereinsführung und speziell unser Vereinspressewart dringend Gedanken machen und endlich mal in kreativer Form zu Werke gehen.

Mein Idol oder Idealbild eines Schäferhundes war der zweimalige Weltsieger „Uran vom Wildsteiger-Land“ aus den Jahren 1984 und 1985, welchen ich bis heute bewundere. Ein Hund von seinem Format, seiner Ausstrahlung und seiner Vererbungskraft sucht immer noch seinesgleichen. Für mich muss der Schäferhund in erster Linie gesund und mental in einwandfreier Verfassung sein, danach kommen das äußere Erscheinungsbild sowie die Triebveranlagung, bzw. die Gebrauchshundeeigenschaften. Der Deutsche Schäferhund muss in meinen Augen eine adelige Gesamterscheinung sein. Gleichzeitig faszinieren mich an ihm sein gutmütiger Charakter, gepaart mit seiner unvergleichlichen Schönheit und Leistungsfähigkeit. Die Form des Kopfes, sein harmonischer Körper in Verbindung mit dem stolzen und leichtfüßigen Trab bei geringstem Kraftaufwand - besser kann es nicht zusammenpassen. Ohne die heute in die „Mode“ gekommenen Übertypisierungen und Übertreibungen im Bereich der Hinterhand und Rückenlinie ist der DSH für mich die ausgeglichenste Rasse der Welt, sowohl physisch als auch psychisch und so vielseitig einsetzbar wie kein anderer. Das ist wirklich sehr faszinierend. Kein Mali der Welt kann da dagegenhalten. Viele dieser „Hutständerscherben“ sind im Kopf nicht ganz klar, v.a. auch wegen ihrer Besitzer, die meinen mit ihren „Robotern“ übertreiben und sich aufgrund ihrer Profilneurose selbst bestätigen zu müssen. Welch traurige und armselige Realität.

Wie bereits erwähnt, war ich also ein ausgesprochener Uran-Fan und bewunderte die Zucht des Züchters „vom Wildsteiger-Land“ geradezu. Deshalb war es auch mein sehnlichster Wunsch, dass meine erste eigene Hündin im Jahre 2003 unbedingt aus diesem Zwinger kommen sollte.
Doch mit dieser Hündin erlebte ich eine einzige Enttäuschung. Sie war anatomisch und farblich wirklich eine Schönheit, doch sie hatte einen derartigen Wesensmangel, der absolut irreparabel war. Meine Frau und ich hatten wirklich sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt und alles unternommen, um die Hündin doch noch „hinzubekommen“. Hier hatte ich gleich einmal einen besonderen Eindruck von der „weltbesten Zuchtstätte“ bekommen. Ich möchte dem Züchter nicht die alleinige Schuld geben, denn unser Hauptverein und speziell etliche Herren Zuchtrichter und Körmeister haben in den letzten Jahren teilweise auf ganzer Linie versagt. Doch dazu später und v.a. unter meiner Rubrik „Schwarzes Brett“ mehr.

In den Jahren danach hatte ich diverse Hunde, vom Welpen, über den Junghund bis hin zum erwachsenen Hund, die alle keine Wesensmängel mehr hatten, jedoch waren auch hier mitunter Hunde dabei, die nicht meinem Ideal entsprachen und v.a. immer wieder mal gewisse Krankheitssymptome aufwiesen. Ich habe in diesem Bereich jahrelang Erfahrungen gesammelt und persönlich viel Ursachenforschung betrieben, mich mit Tierärzten, Züchtern und deren Ausführungen auseinandergesetzt. Ich nahm an diversen Fachvorträgen und Seminaren teil und las in der Zwischenzeit so manche Fachbücher/Fachmagazine. Ich konnte mir also ein entsprechendes Wissen aneignen, aus dem ich u.a. für die Zukunft meine Lehren ziehen werde. Dass wir vor ca. 60 Jahren nur ca. 5 und heute über 450 Erbkrankheiten bei Hunden haben, sollte den Menschen so langsam aber sicher nachdenklich machen und ihn wieder zur Vernunft bringen. Die Begriffe Inzucht, bzw. Inzuchtdepression scheinen im SV und nicht nur im SV Fremdwörter zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir einen derart schleichenden Verfall der Vitalität durch drastische Abnahme der genetischen Vielfalt und zunehmender Inzuchtbelastung haben? Auch zum Thema Zuchthygiene möchte ich ebenfalls den Zeigefinger heben. Hier sollte der Hauptverein und seine „Experten“ nicht immer nur Wasser predigen und dann den Wein trinken. Hallo aufwachen, es ist höchste Zeit, dass dagegen gesteuert wird!

Im Jahre 2004 lernte ich den Altzüchter Hermann Beil - Zwinger „vom Schornfelsen“ - kennen, der mir quasi als Mentor mit seiner großen Erfahrung und seinem enormen Hundeverstand immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist. Von ihm als außergewöhnlichen Züchter des alten Schlages konnte ich sehr viel lernen und mitnehmen. Eines seiner prägendsten Sprichwörter war: „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.“ Wohl war!!! Ich denke, er selber sollte gerade jetzt mehr denn je an diesen Spruch denken. Denn dies trifft nicht nur in dieser verlogenen „SV-Scheinwelt“ zu, sondern leider in fast allen Schichten unserer heutigen Gesellschaft, da diese immer mehr zu wünschen übrig lässt.

Ein weiterer negativer Punkt in der kynologischen Entwicklung ist, dass sich im DSH-Lager zwei Spalten aufgetan haben, die wohl über Jahrzehnte nicht mehr zusammen zu bringen sind, wenn überhaupt. Viele Nachkommen aus der Hochzucht sind z.B. in der Unterordnung oder im Schutzdienst teilweise völlig unbrauchbar, da nicht belastbar, während viele Nachkommen aus der Leistungszucht immer hässlicher werden und z.B. aufgrund ihrer Verhaltensstörungen eigentlich nur noch als „Waffen“ gehalten werden können, aber nicht als Familienhund und schon gar nicht von Laienhand. Es ist schon längst überfällig, dass die Prüfungsordnung, die Zuchtordnung und auch das Körsystem auf den Prüfstand gehören und diese sollten endlich dem 21. Jahrhundert angepasst werden und einheitliche Bedingungen innherhalb der gesamten WUSV vorgenommen werden, um somit endlich einen sportlich fairen Wettbewerb zu garantieren.

Der SV hat die letzten Jahre einfach verschlafen, zu viel durchgehen lassen und wohl auch scheuklappenaritg ignoriert. Zudem wurden die ganzen Statuten, Satzungen, Verordnungen, etc. immer schärfer, schwieriger und komplizierter, weshalb wir im Mutterland des DSH auch u.a. gegenüber dem Ausland stark benachteiligt sind. Auch deshalb blüht seit Jahren der Markt der gekauften Prüfungen und Körungen, quer durch ganz Deutschland. Über all die Jahre steigt man immer tiefer in diesen Sumpf und bekommt die knallharte Realität vor Augen geführt. Dass der SV es duldet, dass hauptsächlich nur noch die „Großzüchter“ oder im Fachchargon „Massenzüchter und Vermehrer“ genannt, Jahr für Jahr ihre Erfolge einsammeln, die nur noch züchten und ausbilden lassen, kann ich nicht nachvollziehen. Das sind keine kleinen Hobby-Züchter mehr, sondern „Großunternehmen mit skrupellosen Zuchtmanagern und Geschäftemachern samt Marionetten von Angestellten“, welche für sie den Hundekot wegkarren. Diese krasse Fehlentwicklung, hauptsächlich der letzten Jahre im SV, ließ meinen Hundesachverstand zweifeln. Gleichzeitig hat mich das aber noch rechtzeitig in die richtige Spur gebracht. Ich kann glücklicherweise heute den Blick auf die Hundezucht von einer anderen Sichtweise betrachten. Diese „Missstände und kriminelle Machenschaften“ gehören schonungslos aufgedeckt und müssen den SV schnellstens zum Umdenken und Handeln bewegen, zum Wohle der Rasse und nicht des Geldbeutels. Es ist längst schon fünf nach zwölf! Wann denkt der SV wieder an den Deutschen Schäferhund, der ihn einmal zu dem gemacht hat, wovon er heute noch in aller Welt anerkannt und bewundert wird? Zum „besten, schönsten und vielseitigsten Rasse-/Gebrauchshund der Welt“.

Abschließend möchte ich noch folgendes sagen: Mein Zuchtidealismus, mein Tun und Handeln hat sich zwar stark verändert, jedoch kann mir keiner die Freude und Liebe am DSH und der Zucht nehmen. Ich war schon immer ein Querdenker und Dinge wie Neid, Missgunst, Lügen und Intrigen können mich nicht von meinem Weg abbringen. Es dabei anders und in gewissen Dingen besser zu machen, als die anderen, ist Ansporn genug.
Die wichtigsten Grundsätze wie die Liebe und das Verständnis für das Wohl der Rasse und deren Zucht, Aufzucht, Pflege und Haltung, spiegeln sich in meiner Philosophie und meinem Verständnis von verantwortungsvoller und erfolgreicher Hundezucht wieder, was man von anderen Züchtern und v.a. vielen „Großzüchtern“ nicht gerade behaupten kann.